Ein mögliches Leben : Roman

Köhler, Hannes, 2017
3 Sterne
Öffentliche Bibliothek St. Wolfgang
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Medienart Buch
ISBN 978-3-550-08185-9
Verfasser Köhler, Hannes Wikipedia
Systematik DR - Romane, Erzählungen, Novellen
Verlag Ullstein
Ort Berlin
Jahr 2017
Umfang 351 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Hannes Köhler
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Josef Kunz;
Ein Kriegsveteran sucht Rechtfertigung und Frieden im Alter. (DR)
Der 1982 in Hamburg geborene Autor lebt seit Jahren in Berlin und war Stadtschreiber in Kitzbühel. Die Idee für dieses großartige Buch kam ihm, weil ein Großonkel während des Zweiten Weltkriegs amerikanischer Kriegsgefangener war. Köhlers Großvater konnte nicht verstehen, warum sein Bruder nicht in den Staaten geblieben war und damit ein besseres Leben ausschlug. Nach einer zweimonatigen Recherche vor Ort und Gesprächen mit Zeitzeugen entstand dieser Roman.
Der Kriegsveteran Franz Schneider bittet seinen Enkel Martin, ihn in die Vereinigten Staaten zu begleiten. Er möchte noch einmal die beiden Lager besuchen, in denen er ab 1944 lebte und arbeitete. Die Gefangenschaft war ihm wie ein Ort der Freiheit vorgekommen. Franz hatte es geschafft, Englisch zu lernen und mit Hilfe seines Freundes Paul, der als Deutschamerikaner für Hitler gekämpft hatte, Dolmetscher zu werden. Eine echte Gefahr in den Lagern war der Streit zwischen den Deutschen, die als überzeugte Nazis noch immer an den Endsieg glaubten, und denjenigen, die ihren Irrtum erkannten und für die Freiheit eintraten. Dabei kam es auch zu Mord und Totschlag. Auf diese Weise verlor Franz seinen Freund, blieb aber mit seiner Schwester in Kontakt. Nach dem Krieg setzte sich Franz für die Entnazifizierung auf Seiten der Alliierten ein und geriet mit seiner Tochter Barbara in Konflikt, die politisch links und feministisch eingestellt war. Schließlich kam es zum Bruch mit der Familie, die Tochter wurde aus dem Elternhaus hinausgeworfen. Als Franz aus den USA zurückkehrt, schickt er ihr ein Paket mit Dokumenten und Briefen. Er möchte Frieden schließen und ihr erklären, warum er sein Leben so und nicht anders wählte. Barbara, inzwischen pensioniert, nimmt das Angebot an.
Der Roman ist großartig geschrieben und hat einen tollen Erzählaufbau. Während die Familiengeschichte im Imperfekt abläuft, werden die Schilderungen aus dem Lagerleben im Präsens dargestellt. Franz, Barbara und Martin haben die Gemeinsamkeit, dass ihr Leben nur eines von vielen möglichen ist und dass man immer wieder zu einer Änderung seines Lebensvollzuges befähigt ist. Ein Buch, das voll und ganz zu empfehlen ist.
Bemerkung Katalogisat importiert von: Rezensionen online open (inkl. Stadtbib. Salzburg)
Exemplare
Ex.nr. Standort
3538 DR, Köh

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